Eine aktive Funktionärin der SPÖ-Vorfeldorganisation AKS Wien und Mitglied der Landesschüler*innenvertretung Wien soll rassistische Nachrichten an mehrere Schülerinnen verschickt haben. Ein Schulsprecher, der Veranstaltungen der AKS Wien besuchte, soll minderjährige Mädchen belästigt haben. Nach Informationen, die Schulpolitik News vorliegen, sollen die Vorwürfe gegen den Schulsprecher innerhalb der AKS Wien bereits bekannt gewesen sein.

LSV-Mitglied soll rassistische Nachrichten an Schülerinnen verschickt haben

Ein Mitglied der diesjährigen Landesschüler*innenvertretung Wien im BMHS-Bereich soll wiederholt rassistische Nachrichten an verschiedene Schülerinnen geschrieben haben. Einer Schülerin soll sie dabei die Nachricht „Schwimm zurück in dein Land“ geschickt haben. Die Funktionärin verschickte die Nachricht, als sie bereits Kandidatin der AKS Wien war.

In einem weiteren Chat schrieb sie: „Ja mit dem Schiff zurück in dein Land schwimmen“ und ergänzte: „Stolz darauf sogar“.

Darüber hinaus soll sich die AKS-Funktionärin in einem Chat dagegen ausgesprochen haben, dass Frauen und Männer zu gleichen Teilen auf Wahllisten vertreten sein sollten.

20-jähriger Wiener Schulsprecher soll minderjährige Mädchen belästigt haben

Ein Wiener Schulsprecher soll mehrere minderjährige Mädchen belästigt haben. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Vorfälle soll das jüngste betroffene Mädchen 15 Jahre alt gewesen sein, während der Schulsprecher selbst 20 Jahre alt gewesen sein soll.

Der Schulsprecher war nach vorliegenden Informationen kein Mitglied der AKS Wien, besuchte jedoch Veranstaltungen der Organisation.

„Das Gute an diesen Workshops und AKS und Schulparlament etc. wird sein“

„Damit du die Leute catchen kannst“

„Vor allem unglaublich, du likest nur die Nachrichten auf Insta nur mit diesem Lippenstift-Kuss da“

„Wieso gibst du mir nd direkt einen Kuss auf Wange mit Lippenstift?“

„So wie du mich damit un deinen Insta-Highlights gecatcht hast, wirst du die Leute auch catchen, nur halt mit Worten, weil wie dein Body mich gecatcht hat, werd ich sorgen, dass kein anderer davon gecatcht sein wird.“

Schülerin soll zum Löschen von Vorwürfen aufgefordert worden sein

Eine Wiener Schülerin erhob auf Instagram öffentlich Sexismusvorwürfe gegen den genannten Schulsprecher.

Daraufhin soll ein Wiener AHS-LSV-Vertreter die Schülerin aufgefordert haben, ihre Beiträge zu löschen. In einer Nachricht soll er ihr geschrieben haben, sie „muss AKS runternehmen“.

Statement AKS

Wir in der AKS verurteilen Rassismus genauso wie jede andere Form von Diskriminierung und dulden ein derartiges Verhalten in unserer Organisation nicht. Nicht alle Personen kommen mit demselben Wissensstand in unsere Organisation und entwickeln sich im Laufe ihrer Funktion sowohl persönlich als auch inhaltliche weiter.

Um diese persönliche Weiterbildung zu unterstützen, finden bei uns regelmäßig Schulungen statt, in denen unsere Funktionär_innen sowie Kandidat_innen sensibilisiert werden. Kommt es dennoch zu solchen Äußerungen, werden diese konsequent aufgearbeitet, und die jeweiligen Funktionär_innen werden durch Gespräche und weiterführende Schulungen zur Reflexion ihres Verhaltens angeleitet.

Statement JUNOS Schüler*innen

Die bekannt gewordenen Vorwürfe gegen Funktionäre der AKS Wien sind erschütternd. Besonders die mutmaßliche rassistische Aussage „Schwimm zurück in dein Land“ ist mit den Grundwerten einer demokratischen Schüler:innenvertretung unvereinbar.

Louis Oberhammer von JUNOS Schüler:innen erklärt dazu: „Wer einem Menschen sagt, er solle zurück in sein Land schwimmen, stellt dessen Zugehörigkeit infrage. Eine solche Aussage ist rassistisch und hat in der Schüler:innenpolitik keinen Platz. Gerade eine Organisation, die sich öffentlich dem Antirassismus verschreibt, muss sich an ihren eigenen Ansprüchen messen lassen.“

Auch die Vorwürfe übergriffiger Kommunikation sowie der mutmaßliche Versuch, Einfluss auf die Veröffentlichung eines Berichts über sexuelle Belästigung zu nehmen, wiegen schwer und müssen vollständig aufgeklärt werden.

Bereits 2025 wurde ein Diskriminierungsvorfall im Umfeld der AKS Wien öffentlich. Im Juni 2026 forderte die AKS gemeinsam mit JUNOS Schüler:innen nach menschenverachtenden Chats aus der Schülerunion umfassende Aufklärung und personelle Konsequenzen.

„Wer von anderen Organisationen Konsequenzen fordert, muss dieselben Maßstäbe auch an sich selbst anlegen. Der Schutz von Schüler:innen muss immer über dem Ansehen einer Organisation stehen. Wir erwarten daher eine lückenlose Aufklärung und entsprechende personelle Konsequenzen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen“, so Oberhammer abschließend.

Statement Progress Steiermark

Wir als Progress Steiermark verurteilen jede Form von rassistischen, sexistischen und diskriminierenden Aussagen aufs Schärfste.

Mit großer Sorge beobachten wir, dass in den vergangenen Monaten wiederholt herabwürdigende Nachrichten und Chatverläufe veröffentlicht wurden. Solche Aussagen sind keine Kavaliersdelikte, keine „Ausrutscher“ und dürfen auch nicht als bloße Einzelfälle abgetan werden. Wer andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder anderer persönlicher Merkmale herabwürdigt, überschreitet eine klare Grenze.

Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem politischen oder organisatorischen Umfeld solche Äußerungen stammen. Rassismus, Sexismus und Diskriminierung sind niemals akzeptabel und dürfen weder relativiert noch toleriert werden.

Statement Schülerunion

Die Schülerunion wollte auf Anfrage kein Statement abgeben.

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Über die Autorin / den Autor

Fabian Rasl

Berichtet für SCHUPO über Schüler:innenvertretung, Bildungspolitik und die Fragen, die junge Menschen bewegen.

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