Fremdenfeindliche Aussagen eines LSV-Funktionärs
Ein Funktionär der LSV Wien soll wiederholt durch fremdenfeindliche und beleidigende Aussagen gegenüber Mitschülerinnen aufgefallen sein. Wie mehrere Schülerinnen gegenüber Schulpolitik News bestätigten, sollen dabei unter anderem Aussagen wie „Du bist ein Kamelf*cker“ und „Du bist ein H*renkind/H*rensohn“ gefallen sein.
Bereits im Juli wurde die LSV Wien von einer Schülerin über die Vorfälle informiert. Vorab ist festzuhalten: Die betroffene Schülerin ist weder in der Schulpolitik aktiv noch Mitglied einer politischen Organisation. Zwei weitere Schüler*innen bestätigten gegenüber Schulpolitik News die Vorwürfe.
Laut einem hohen AKS-Funktionär soll es keine Konsequenzen gegeben haben. Als Begründung wurde angeführt, dass der betreffende Funktionär zum Zeitpunkt der Vorfälle noch kein Mitglied gewesen sei. Wie Schulpolitik News aus den vorliegenden Informationen erfuhr, sollen sich die Vorfälle nach der Kandidatenvorstellung ereignet haben.
Weitere rassistische Nachrichten in der AKS Wien
Wie Schulpolitik News bereits berichtet hatte, soll eine Funktionärin der AKS Wien rassistische Nachrichten an eine Schülerin verschickt haben. Neue Erkenntnisse zeigen nun, dass offenbar auch weitere Schüler*innen betroffen waren. Das bestätigten zusätzliche Betroffene gegenüber unserer Redaktion.
Ausgangspunkt eines der Vorfälle war eine Reaktion der betroffenen Schülerin mit einem Schiffssymbol auf eine Nachricht. Daraufhin antwortete die AKS-Funktionärin: „Ja, schwimm zurück in dein Land damit.“ In einer weiteren Nachricht schrieb die Funktionärin anschließend „Cooked“. Die betroffene Schülerin reagierte auf keine der Nachrichten.
In den Nachrichten wurde das Verhalten später als sogenannter „Inside Joke“ bezeichnet. Die betroffene Schülerin wies diese Darstellung allerdings zurück. Nach einem Gespräch mit der Funktionärin soll es dennoch zu weiteren Vorfällen gekommen sein. Die Funktionärin war zum Zeitpunkt der Tat schon Kandidatin der AKS Wien für die LSV-Wahl.
Auch in anderen Chats finden sich problematische Aussagen. So schrieb die Funktionärin im Zusammenhang mit einem Gesetz, das die Schüler*innen im Unterricht präsentieren mussten: „Du bist so Slow, bitte lösch dich.“
In einer weiteren Nachricht fiel die Aussage „broski, ich pack dich, pass auf“. Darüber hinaus liegen Schulpolitik News Chats vor, in denen die betroffene Person wegen einer möglichen Veröffentlichung der Nachrichten unter Druck gesetzt worden sein soll.



AKS sieht offenbar keinen ausreichenden Grund für Konsequenzen
Besonders kritisch ist auch der Umgang der Organisation mit den Vorwürfen. Nach Informationen von Schulpolitik News wurden die rassistischen Nachrichten innerhalb der AKS als eine Art „Witz“ eingeordnet. Eine interne Quelle bestätigte unserer Redaktion, dass es bislang keine Konsequenzen gegen die betreffende Funktionärin gegeben haben soll.
Dabei steht diese Haltung im Widerspruch zu den öffentlichen Positionierungen der Organisation. Die AKS setzt sich nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung gegen Rassismus ein. Auch im Zusammenhang mit den Skandalen rund um die Schülerunion hatte die Organisation Konsequenzen für rassistische Aussagen gefordert.
Nun stehen jedoch Vorwürfe gegen die eigenen Funktionär*innen im Raum. Bislang soll es laut internen Informationen keine entsprechenden personellen Konsequenzen gegeben haben.





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